Als ich damals vor 4 Jahren auf der Suche nach einem Kindergartenplatz für Lenny war, haben wir nicht gleich einen Platz bekommen, erst im Jahr darauf.
Ich muss gestehen, ich habe mich damals nicht besonders viel umgesehen, sondern einfach den Kindergarten gewählt, der bei uns in der Nähe war. Wir hatten viel Glück, denn er erwies sich als gute Entscheidung, die Pädagogen sind nett und bemüht, es gibt einen großen Garten und es werden viele Ausflüge unternommen.

Wir haben einen Schulplatz an der ILB!

Im letzten Jahr standen wir dann vor der Entscheidung in welche Volksschule wir Lenny geben. Es folgten Unmengen an Gesprächen und Tipps von Eltern von Schulkindern. Horrorgeschichten von einer Volksschule, die aber praktischerweise ums Eck wäre, aber wo Beschimpfungen unter den Kindern an der Tagesordnung stehen und und und.
Viele Mütter wollten mich auch davon überzeugen mein Kind in eine Schule im Nachbarbezirk zu geben, da im 9. angeblich bessere Schulen sind. Allerdings ist es auch sehr schwierig dort einen Platz zu bekommen, da Bezirkskinder natürlich bevorzugt werden.

Schulplatz an der ILB

Integrative Lernwerkstatt Brigittenau

Entschieden haben wir uns schlussendlich für eine ganz andere Schule, nämlich eine reformpädagogische Mehrstufenklasse, die Integrative Lernwerkstatt Brigittenau. Und wir haben uns sehr gefreut einen Platz dort zu bekommen, da sie sehr beliebt ist.

Es handelt sich um eine Ganztagesschule, bei der es nicht 4. Schulstufen gibt, sondern einen Primär- und Sekundarbereich, der auch in einer Mittelschule weitergeführt wird. Es gibt Eingangs-Stammgruppen (1. bis 3. Schulstufe), Übergangs-Stammgruppen (4. bis 6. Schulstufe) und Ausgangs-Stammgruppen (7. und 8. Schulstufe)
In den Mehrstufenklassen sind auch vereinzelt Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Handicaps.
Nach den ersten 3 Lernjahren sollen die Kinder eine solide Grundkenntnis in Lesen, Schreiben und Rechnen erworben haben. Lehrer werden hier Lernbegleiter und Pädagogen genannt und diese sind auch perdu mit den Kids. Es gibt Lernblöcke am Vor- und Nachmittag und die Schüler arbeiten großteils frei und projektorientiert.

Da ich vom klassischen Schulsystem, durch eigene schlechte Erfahrungen eher enttäuscht bin, bin ich umso gespannter auf diese moderne Schule, die es seit 1998 gibt. Kindern soll die Freude am Lernen nicht schon früh genommen werden, stattdessen sollen die Kinder auf spielerische Art und Weise Rechnen und Schreiben lernen. Einen Frontalunterricht in der ILB gibt es nicht. Stattdessen gibt es einen Mathematik-, einen Sprachen- und einen Kosmischen Raum, in denen die Fächer Chemie, Biologie und Sachunterricht untergebracht werden.
Diese Räume sind prall gefüllt mit verschiedensten Unterrichtsmaterialien, damit für Abwechslung gesorgt ist.
In der integrativen Lernwerkstatt  lernen die Kleinen auch viel von den älteren Schülern, da es auch viele Projekte gibt und am Nachmittag gibt es Workshops, wo sich die Kinder entscheiden können, ob sie lieber Werken, Tanzen lernen oder sich sportlich betätigen wollen.

Meine Erfahrungen mit der Schule werde ich im Herbst dann gerne mit euch teilen, ich bin schon sehr gespannt, wie es Lenny gefällt.

Vorbereitungen für die Schule

Nun heißt es aber eine passende Schultasche für Lenny zu suchen und sein Kinderzimmer zu renovieren. Ein neues aufklappbares Bett hat er schon im letzten Jahr bekommen, im nächsten Schritt möchten wir auch einen Schreibtisch in sein Zimmer stellen, Platz für seine Schulsachen schaffen und bei den Spielsachen aussortieren.
Außerdem brauchen wir dringend eine neue Kinderzimmer Lampe mit hellem Licht, da noch ein uralt Modell vom Vormieter im Zimmer hängt, die für einen Schulneuling ungeeignet ist. Hier werden wir uns für eine Deckenleuchte mit Spots entscheiden, in die wir helle Tageslichtlampen geben.

Außerdem haben wir uns überlegt, uns kurz vor Schulbeginn noch einmal 2 Wochen Urlaub zu nehmen, damit Lenny noch einen Kindergarten Abschluss hat und sich vor dem Schulstart noch einmal richtig entspannen kann.

Und eine Schultüte muss ich natürlich auch noch besorgen 🙂

Kennt Ihr die ILB? Habt Ihr schon Erfahrungen mit Mehrstufenklassen gemacht? Was haltet Ihr vom klassischen Schulsystem?

6 Kommentare

  1. Hallo Vicky,
    Kannst du vielleicht schreiben wie eure Erfahrungen mit der ilb nun sind?
    Vielen lieben Dank
    Patricia

    • ja, das würde mich auch sehr interessieren…bin gerade am recherchieren, schnuppern und schauen, welche VS für meinen Sohn in Frage kommt. Seid ihr zufrieden mit der ilb? Geht dein Sohn gerne in die Schule? LG

      • Hallo Patricia, mein Sohn fühlt sich sehr wohl in der Schule. Es kommt halt auch auf den Elterntyp an. Vielen geht das Lerntempo einfach zu langsam und sie sind unzufrieden. Ich persönlich finde aber, dass die ILB ein Geschenk ist, da die Kinder aufeinander schauen, sich wohlfühlen und gerne lernen. Sie haben halt nicht den Druck und den Stress wie in einer klassischen VS, deswegen werden wir Lenny auch dort in die Neue Mittelschule gehen lassen, weil es ihm einfach taugt.

  2. Hi Vicky,
    ich habe in der Arbeit einen Kollegen, dessen Frau ist Lehrerin an einer Schule mit Mehrstufenklassen und er selbst hat 2 Kinder in so einer Schule schon gehabt. Einer ist da noch drin, die ältere ist nun in einem Gymnasium. Die Schule ist in Wien 22, aber nicht die von dir genannten Schule.
    Er meinte, so ein System hat Vor- und Nachteile. Vorteile, wegen dem, weil eben unterschiedliche Altersgruppen beisammen sind und das Sozialverhalten ein anderes ist (man hilft den jüngeren, ist rücksichtsvoller, andersrum lernen die jüngeren von den älteren teilweise)
    Was aber negativ ist, so wie es bei ihm der Fall war, dass in der Klasse seiner Tochter quasi nur 4 Kinder im “selben” Jahrgang waren. Durch die Vermischung sind die Jahrgänge viel kleiner. Seine Tochter tat sich schwer im Vergleich zu den anderen drei aus ihrem Jahrgang, weil die wirklich außerördentlich begabt gewesen sind. Dadurch hatte sein Tochter ständig das Gefühl nicht gut genug zu sein, oder eben “die Schlechteste”…
    Der direkte Vergleich ist eben viel größer, wenn viel weniger Schüler die selben Aufgaben bekommen.

    Ansonsten hat er selbst keine besonderen Dinge darüber erzählen können. Meine Tochter geht an eine “normale” Volksschule und wir sind auch zufrieden. Mein Kollege meint, dass es eben viel auf die Lehrer/in ankommt. Ist diese/r bemüht und macht den Unterricht für alle gut, ist es gut.

    Und wenn du es ganz “anders” haben willst. Eine andere Arbeitskollegin hat 2 Kinder an der Waldorfschule in Wien. Da ist der Unterricht und die Lernmethoden und pädagogischen Methoden wieder ganz andere. Sie ist von dem überzeugt (wie die meisten, die da ihre Kinde hinschicken), aber ich hab sie auch schon mal ziemlich verzweifelt deswegen gesehen 😉
    Ich persönlich, glaube nicht, dass “alternativ” oder “neu” unbedingt besser ist.Die Kinder sollen was lernen, motiviert und fröhlich sein und das, worin sie gut sind, ausbauen können, aber gleichzeitig die anderen Dinge, die eben auch gelernt werden sollen, lernen. Hinterher ist Schule nur Schule, eine Bildungs- und Ausbildungsstätte, die die Kinder fördern und deren Geist beflügeln soll, wenn dann auch noch Wissen dabei hängen bleibt, ist es ganz ok 🙂 Die Aufgabe der Eltern, muss eine Schule, so nehme ich an, nicht erfüllen.

    lG,
    Sergiu

    • Danke für deinen Imput. Ich bin mir sicher, dass eine Mehrstufenklasse immer Vor- und Nachteile hat. Und natürlich habe ich auch Ängste und Sorgen, dass mein Sohn vielleicht zu wenig lernt oder sich unwohl fühlt. Aber ich bin jetzt einmal optimistisch, schließlich hat die Schule nicht umsonst einen so guten Ruf und alles weitere wird sich in den nächsten Monaten zeigen 😉

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